Rabatt

Das Wort Rabatt (der; – (e)s, -e, Ra/batt) wird vom italienischen Begriff “rabbattere” abgeleitet, was soviel wie “abziehen” oder “abschlagen” bedeutet. Als Synonyme sind auch die Ausdrücke Preisnachlass, Bonifikation, Ermäßigung, Gutschrift, Nachlass, Vergütung oder Abschlag in Verwendung.

 

Begriffsdefinition

Unter einem Rabatt versteht man einen Preisnachlass, der sich auch Leistungen oder Waren bezieht. Der Nachlass hängt dabei von verschiedenen Umständen, unterschiedlichen Abnehmern bzw. Zeitpunkten ab. Dabei kann es sich einerseits um einen Prozentsatz auf den ursprünglich angebotenen Preis oder um einen absoluten Betrag handeln. Rabatte stellen eine Form der indirekten Preispolitik dar, die folgende Ziele verfolgt (Meffert 2000):

  • Umsatzerhöhung
  • Verstärkung der Kundenbindung
  • Weitergabe von Rationalisierungsvorteilen an den Kunden
  • Steuerung der zeitlichen Verteilung des Auftragseingangs
  • Erhaltung des Exklusivitätsimages für bestimmte Produkte bei gleichzeitiger Möglichkeit, dieselben preiswert anzubieten

Im Zuge der Rabattpolitik kommt es zum Auftreten von zwei grundlegenden Problemkreisen:

  • die Auswahl des richtigen Rabattsystems
  • die Wahl der optimalen Rabatthöhe, wobei hier das Ziel ist, die Differenz zwischen rabattbedingten Einbußen und dem Nutzen aus der Gewährung von Preisnachlässen zu maximieren

 

Formen von Rabatten

Folgende Rabatte können unterschieden werden:

Funktionsrabatt: Dieser Rabatt wird Händlern gewährt, die einen Großteil der Lieferantenfunktionen übernehmen. Damit können die anfallenden Handlungskosten abgedeckt werden.

Mengenrabatt: Dieser Preisnachlass ist ein Anreiz zum Kauf großer Mengen, wodurch der Lieferant seine Auftrags- bzw. Abwicklungskosten senken kann. Auch der Bonus ist ein Mengenrabatt, der sich zumeist auf die gekaufte Menge pro Jahr bezieht.

Zeitrabatt: Ein Zeitrabatt wird dann angeboten, wenn die Aufträge zu bestimmten festgelegten Zeitpunkten erfolgen, wodurch der Absatz des Lieferanten gleichmäßig verteilt wird. Des Weiteren gewährt man diesen Nachlass, um Auslaufmodelle zu verkaufen oder wenn Saisonartikel vorzeitig abgenommen werden.

Treuerabatt: Für langjährige Geschäftsverbindungen werden Treuerabatte gewährt.

Barzahlungsrabatt: Der Zahlungsvorgang kann mit Hilfe eines Barzahlungsrabattes beschleunigt werden. Dieser Nachlass wird im gleichen Sinne wie der Skonto verwendet.

Sonderrabatte: Zu den Sonderrabatten zählt beispielsweise der Personalrabatt, der den Beschäftigten eines Unternehmens angeboten wird. Auch bestimmten Berufs- oder Personengruppen können Rabatte eingeräumt werden, dann spricht man zum Beispiel von einem Vereins- oder Beamtenrabatt.

Einheitsrabatt: Ein Einheitsrabatt ist ein Preisnachlass, der immer die gleiche Höhe hat und von den Bezugsgrößen Menge, Zeit und Funktion unabhängig ist.

Aktionsrabatt: Diese Form der Preissenkung ist zeitlich begrenzt und verfolgt das Ziel, den Abverkauf zu steigern. Sie tritt sowohl zwischen Hersteller und Handel, Handel und Konsument bzw. zwischen Hersteller und Kunden auf.

Naturalrabatt: In einigen Branchen wird beim Verkauf von Waren ein Teil der Ware dem Kunden nicht in Rechnung gestellt (Dreingabe) oder eine andere Ware kostenlos mitgeliefert (Draufgabe).

Cashback: Bei Cashback-Systemen erhalten die Kunden nach einem Einkauf eine Gutschrift in Höhe eines festgelegten Prozentsatzes, das gesammelte Geld kann dann für einen weiteren Einkauf verwendet oder oft sogar ausbezahlt werden.

Gutscheincode: Ein Gutscheincode ist eine bestimmte Buchstaben-Zahlen-Kombination, die den Kunden beim Einkauf Rabattvorteile bringen.

Bonuspunkte: Bei jedem Einkauf, den der Kunde tätigt, werden ihm Bonuspunkte gutgeschrieben, die dann in Form eines Rabattes abgezogen werden können.

Frühbucherrabatt: Diese Form eines Preisnachlasses wird vor allem von Reiseveranstaltern bzw. in der Veranstaltungs- und Tagungsbranche angeboten. Die Kunden erhalten einen Rabatt, wenn sie die angebotene Leistung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt buchen.

Presserabatt (oder Journalistenrabatt): Ist ein spezieller Nachlass für Journalisten, wobei hier zwischen zwei Arten unterschieden werden kann: Einerseit erhalten Journalisten Vergünstigungen, die in direktem Zusammenhang mit ihrer Berichterstattung stehen (z.B. Rezensionsexemplare von Büchern). Andererseits erhalten sie auch andere Vergünstigungen ohne beruflichen Bezug (z.B. verbilligte Reisetickets).

Studentenrabatt: Studentenrabatte sind spezielle Formen von Rabatten, die man gegen Vorlage eines Studentenausweises erhält (z.B. kostenlose Kreditkarten, Rabatte auf Notebooks oder Handyverträge).

Schadenfreiheitsrabatt: Diese Form einer Bonifikation erhalten die Kunden bei KFZ-Versicherungen aber auch Krankenvollversicherungen. Dabei werden dem Versicherungskunden – je nach Zahl der schadenfreien Jahre – Rabatte gewährt.

In der Praxis kommt es sehr häufig zu einer so genannten Rabattkumulierung, das heißt zu einer Addition unterschiedlicher Einzelrabattsätze wie zum Beispiel für eine große Absatzmenge, den Auftragszeitraum, die Funktionsübernahme usw., die bei den Lieferanten als Erlösschmälerungen wirken können. Daher ist die Gewährung eines Rabattes wettbewerbsrechtlich oft nicht ganz unproblematisch. Als unbedenklich werden aber folgende Formen angesehen:

  • generelle und individuelle Rabatte
  • Verknüfung von unterschiedlichen Rabattarten
  • Rabattsysteme
  • Rabatte für spezielle Kundengruppen
  • Rabattsysteme mit Mindestumsatz und einer indirekten Auszahlung in Form von Gutscheinen oder Coupons
  • Multibuy (2 for 1)

 

Verbuchung von Rabatten

Sofort gewährte Rabatte werden nicht verbucht, da die Beträge nicht als Zahlung in Frage kommen. Gebucht werden ausschließlich die Nettobeträge des jeweilen Ein- bzw. Verkaufes. Falls Rabatte erst nachträglich gewährt werden, so erfasst man sie in der Buchhaltung folgendermaßen:

Buchung aus der Sicht des Käufers:
Verbindlichkeiten aus Lul an Erhaltene Rabatte an Vorsteuer

Buchung aus der Sicht des Verkäufers:
Gewährte Rabatte und Umsatztsteuer an Kundenforderungen

 

Rabattgesetz

Von 1934 bis 2001 wurde das Wettbewerbsrecht in Deutschland durch das Rabattgesetz geregelt. Einzelhändler durften dabei bei Barzahlung nur drei Prozent Rabatt gewähren, beim Kauf von größeren Mengen war die Gewährung eines handelsüblichen Mengenrabattes erlaubt. Bereits 1993/94 wurde die Aufhebung des Rabattgesetzes geplant, jedoch scheiterte dieser Versuch an den Gewerkschaften und Lobbygruppen des mittelständischen Handels. Die Aufhebung erfolgte schließlich durch das “Gesetz zur Aufhebung des Rabattgesetzes und zur Anpassung anderer Rechtsvorschriften” am 25. Juli 2001. Dennoch können Händler ihre Rabatte nicht völlig frei gestalten, sondern sind an die Vorschriften des “Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb” gebunden.

 

Vor- und Nachteile von Rabattaktionen für Kunden

Zu jeder Jahreszeit locken Händler mit Rabatten, Kundenkarten sowie Gutscheincoupons, bevor man ein rabattiertes Produkt kauft, sollten jedoch einige Aspekte überlegt werden:

- Wird das Produkt wirklich benötigt? Rabatte und Angebote rufen bei Kunden oftmals ein impulsives Verhalten hervor, da sie zeitlich limitiert sind und sich die Verbraucher schnell entscheiden müssen.

- Kundenkarten können vielseitig eingesetzt werden, zu beachten ist aber, dass viele Unternehmen dadurch auch Daten für Kundenprofile sammeln und letztendlich nur einen geringen Rabatt gewähren.

- Hohe Preisnachlässe erwarten die Kunden in Internet-Shopping-Clubs, allerdings ist hier meistens nur ein Einkauf nach Anmeldung möglich und die Verlockung groß, mehr einzukaufen als tatsächlich benötigt wird.

- Ein anonymes Sammelsystem stellen Klebemarken dar, hier werden Rabatte jedoch nie bar sondern nur in Form von Sachprämien ausbezahlt.

- Durch Rabattcoupons kann man viele Produkte deutlich günstiger bekommen, manchmal sind diese jedoch mit einem Mindestbestellwert verbunden.

- Eindeutig und transparent sind Stempelheftchen, hier werden auch große Rabatte gewährt. Allerdings besteht die Gefahr, dass Kunden nur einkaufen, um das Heftchen zu füllen.

- In größeren Haushalten lohnen sich Aktionen wie “Zahl zwei, nimm drei”, jedoch ist die Verlockung stark, mehr einzukaufen als man benötigt.

 

Vor- und Nachteile von Rabattaktionen für Unternehmen

Rabatte bringen Unternehmen viele Vorteile, sie können dazu beitragen, die Liquidität zu erhöhen, neue Kunden zu gewinnen oder Lager abzuverkaufen. Wer jedoch ständig mit Preisnachlässen lockt, kann schnell zum “Discounter” werden, wo niemand mehr den regulären Preis bezahlen möchte. Daher gilt: Wann immer möglich, sollten allgemeine Rabatte eher vermieden werden, denn ein Preisnachlass muss für einen Kunden ein besonders lukratives Angebot darstellen. Gute Möglichkeiten bzw. Strategien für Rabatte sind beispielsweise:

Lagerabverkäufe: Der Abverkauf eines Lagerbestandes ist meistens ein sicherer Anlass für die Gewährung eines Preisnachlasses, da das Produkt nach der Aktion nicht mehr erhältlich ist.

Kostenlose Zugaben: Bei dieser Taktik werden die Preise nicht gesenkt, sondern die Kunden erhalten zu einem gekauften Produkt ein kostenloses Geschenk.

Bundling: Beim Bundling werden mehrere Produkte in einem Paket verkauft und den Kunden ein Rabatt gewährt.

Treueprogramme: Um Produkte attraktiver zu machen, können auch Treueprogramme in Betracht gezogen werden. Diese funktionieren sehr einfach: Wer viel und oft beim selben Händler kauft, erhält einen Preisnachlass auf seinen Einkaufswert. Dadurch kann die Kundenbindung erhöht werden, der Kunde kann aber dennoch selbst entscheiden, wie viel er kauft.

Grundsätzlich gilt, dass man mit Rabatten nur erfolgreich sein kann, wenn sie auch wirklich gut durchdacht wurden. Denn sind die Preise ständig sehr niedrig, so haben Händler wenig Spielraum, um sie wieder anzuheben.

 

Übersetzungen von Rabatt

  • Rabatt heißt auf Englisch discount.
  • Rabatt heißt auf Französisch remise.
  • Rabatt heißt auf Italienisch sconto.
  • Rabatt heißt auf Niederländisch rabat oder korting.
  • Rabatt heißt auf Polnisch rabat.
  • Rabatt heißt auf Spanisch descunto oder rebaja.
  • Rabatt heißt auf Türkisch sleva.
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